Per Anhalter
durch die Galaxis
Michi –mein Freund- und ich Ronny waren endlich fertig. Ach der zweite Teil der
Ausbildung zur totalen Weisheit, die Lehre, lag hinter uns. Also zogen wir los.
Jeder mit dreihundert Mark in der Tasche sollte es in den Süden gehen. Wir
wollten ihn sehen den größten Cajon im Umkreis von 10.000 Meilen, die Schlucht
des Verdon. Es war noch zeitig im Jahr und wir erhofften uns dort angenehme
Frühlingstemperaturen. Los ging es also an der Autobahnauffahrt in Ruhland und
uns ereilten echt interessante Begegnungen. So zum Beispiel eine kleine, etwas
pummelige aber recht nette Frau. Wir luden unsere riesen Rucksäcke in ihren 4-er
Golf, also einen in den Kofferraum und einen mit Michi auf die Rücksitzbank, und
dann schoß sie los. Bei 190 km/h fing sie an zu fluchen, die Karre sei zu
langsam. Wir verstanden das aber ganz und gar nicht denn wir fanden es schnell
genug und so langsam war er doch gar nicht, denn nicht jedes Auto ist so
schnell. Sie erzählte uns es sei nur ein Leihwagen und somit mußte ich sie
einfach fragen was sie denn sonst so fährt. ´nen Twingo? Naja danach sah sie
zumindest aus! Nein, es war zwar kein Kleinwagen, jedoch ein kleiner Wagen. Ein
Porsche 911, besser für uns denn in dem hätte sie wahrscheinlich nicht
mitgenommen. Sie hatte auch Rennerfahrung und auch mit den Porsches kannte sie
sich aus denn es war nicht ihr erster. Sie hatte schon einen auf dem gewissen,
der bei einem Unfall bei 260 km/h „etwas“ zerbeuelt wurde aber ihr ist nichts
passiert.
Eine andere interessanter Lift war ein Sattelschlepper der zwar nur einen
Soziussitz hatte aber eine Schlafkabiene auf der ich sitzen durfte. Man hofft
dabei natürlich nur auf eine Polizeikontrolle, die auch nicht lange auf sich
warten ließ. Ich saß aber recht gut versteckt hinter etwas Vorhang. Ganz wohl
war mir dabei weitaus nicht zumute, ich war trotzdem froh, daß der Fahrer uns
mitgenommen hatte. Trotz einiger zweifelnder Blicke (ich konnte alles gut
beobachten) blieb ich unentdeckt. Ärgerlich war nur, daß es uns kostbare
Kilometer durch diesen einstündigen Aufenthalt gekostet hat.
An diesem Tag kamen wir noch bis zu einer Tankstelle kurz vor der französischen
Grenze an der uns keiner mehr mitnehmen wollte. Wir beschlossen ein wenig
abseits unsere Schlafsäcke auszurollen, aus dem Rucksack zu Speisen und bis zum
hell werden zu schlafen.
Am nächsten Morgen konnten wir einen jungen Mann überreden, uns wenigstens über
die Grenze zu Fahren. Auf dieser Flugfeld großen Autobahn angekommen mußten wir
mit erschrecken feststellen, dass der Grenzübergang doch wirklich alle 10 min.
von einem Auto passiert wurde. Aus diesem Grund spielten wir auch recht bald mit
dem Gedanken uns schon einmal zu Fuß auf den Weg zu machen, denn es konnten ja
nur mehr Autos werden. Aber wie es der Zufall so will hielt nach erstaunlich
kurzer Zeit ein Auto an. Ein Mann, mittleren alters, war auf dem Weg zu seinem
Ferienhaus in Spanien. Und so hatten wir das Glück ca. 650 km, auf einen
Rastplatz vor Avinion zu kommen. Für diese Strecke hatten wir einen recht
kundigen Fahrer der uns recht viele Auskünfte über die Gegend geben konnte.
An dem Rastplatz vor Avinion mußten wir dann Feststellen, dass es in Frankreich
wahrscheinlich üblicher ist zu Trampen. Das konnte für uns zwar heißen dass mehr
Leute als in Deutschland sind bereit sind Tramper mitzunehmen jedoch waren es
hier auch mehr die Mitzunehmen sind. Nach einiger Zeit waren alle anderen weg
nur wir standen noch mit dem Finger im Wind da. Lag es etwa daran, dass keiner
von uns auch nur einen Satz Französisch sprach? Ach nein einen hatten wir im
Auto zuvor gelernt „a wolewu a derektion dü Marseille“. Ohne diesen Satz würden
wir wahrscheinlich noch Heute da stehen. Wir beschlossen nach einiger Zeit uns
zu trennen und einzeln die letzten Kilometer zu bewältigen. Wir verabredeten uns
also an der Autobahnabfart von Orgon. Michi trampte und ich sonnte mich bis er
endlich mitgenommen wurde. Nach etwas Wartezeit für mich war ich auch bei einem
netten Franzosen untergekommen. Er unterhielt sich mit mir Blendend, denn auf
alles was er sagte nickte ich höflich. Bis er dann irgendwann Fragte „komprende“
und ich doch hoffnungslos endtarnt war und mit den Kopf schütteln mußte. Er fuhr
aber leider nicht so weit wie ich es mir erhofft hatte und so mußte ich mir
einen neuen Lift suchen. So kam ich mit einigen Umwegen und ich glaube insgesamt
3 Liften zur Autobahnauffahrt bei Orgon.
Erstmal war ich erleichtert schon fast am ziel zu sein und ich hatte das Gefühl
das Trampen geht besser als in anderen Gegenden. Also jetzt noch schnell den
Micha finden und ab auf den Campingplatz zum Abendessen. Genau da war wieder ein
Problem wo ist Micha? Er ist vor mir los und ich habe noch einige Umwege
gemacht. Er wollte auch nur in ein Auto einsteigen was wirklich so weit fährt so
das er nicht noch einmal umsteigen müsse. Ich habe also alles nach Micha
abgesucht und an der Mautstelle auch noch versucht die Angestellten zu fragen,
nichts. Er war fürs erste weg! Ich konnte es mir nur so erklären er ist schon
losgelaufen weil ich vielleicht einfach zu lange gebraucht hatte. Also habe ich
mir einen Zettel besorgt und habe diesen, mit der Aufschrift „Micha ich bin auf
dem Zeltplatz in Orgon“ an die Mautstelle gehangen.
So machte ich mich also alleine auf den Weg und es dauerte gar nicht lange bis
ich den Micha auf mich zu kommen sah. Das war dann auch erstmal eine Erklärung
wert. Er Erzählte die Leute die ihn mitnahmen waren recht nett und konnten aus
seinen wünschen nur das Wort Orgon heraushören und so brachten sie ihn nach
Orgon. Wie solle man denn den Leuten auch wenn die Tochter Englisch sprach klar
machen, dass man nur bis an die Autobahnabfahrt will. Eventuell hatte auch die
Tochter Anteile daran, dass Micha etwas länger sitzen blieb.
Micha war mit seinem ca. 40 kg schwerem Rucksack schon die 8km lange Strecke
gelaufen und er hielt nichts von meinem Vorschlag zurück zu Trampen. Er meinte
es sei nicht so weit und so liefen wir los. Nach der Hälfte mußten wir beide
feststellen das es doch ganz schön anstrengt. Als wir im Ort ankamen kauften wir
uns auf die geschaffte Strecke ersteinmal eine Flasche Wein. Weiter mußten wir
noch bis kurz hinter diesen langgezogen Ort zu unserem Campingplatz. Die letzten
Meter ging es auch noch etwas bergauf was uns nach dieser Anstrengung nicht nur
die Schweißperlen ins Gesicht trieb. Der auserwählte Zeltplatz hatte natürlich
geschlossen, woraus wir uns jedoch nichts machten und uns etwas abseits im
Gelände plazierten.
Die Geschichten der 1400km langen Anreise in zwei Tagen sollten für diesen
Urlaub aber nicht genug gewesen sein, aber über die Berichte ich vielleicht ein
anderes mal.
Ronny